{"id":500,"date":"2016-04-06T15:39:51","date_gmt":"2016-04-06T13:39:51","guid":{"rendered":"http:\/\/web.vdkf-ev.de\/site\/?page_id=500"},"modified":"2019-06-25T10:32:48","modified_gmt":"2019-06-25T08:32:48","slug":"500-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vdkf-ev.de\/web\/site\/index.php\/500-2\/","title":{"rendered":"Geschichte der Deutschen Kokereibaufirmen"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">Geschichte der Deutschen Kokereibaufirmen <a href=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/web\/site\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1h.pdf\">(als PDF-Datei)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">von Dipl.-Ing. Hermann Toll, Essen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">Als Carlos Otto im Jahre 1872 die Firma Dr. C. Otto &amp; Comp. gr\u00fcndete, konnte er nicht ahnen, dass eine Generation sp\u00e4ter einige seiner besten Mitarbeiter eigene Firmen gr\u00fcnden w\u00fcrden, von denen zwei in den folgenden Jahrzehnten seine \u00e4rgsten Konkurrenten werden sollten: Carl Still in Recklinghausen und Heinrich Koppers in Essen. Noch weniger konnte er vermuten, dass sich 130 Jahre sp\u00e4ter alle deutschen Kokereibauer in der Firma eines Mitarbeiters, der ebenfalls bei ihm die ersten beruflichen Sporen verdiente, wiederfinden w\u00fcrden: Friedrich Uhde. So bleibt nach allen Turbulenzen, Firmenverk\u00e4ufen und Fusionen, die der deutsche Kokereibau zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erlebt hat, doch eine erstaunliche Kontinuit\u00e4t erhalten. Der nachstehende Bericht soll ein Licht werfen auf die Entwicklung des deutschen Kokereibaus, vor allem aber soll er eine Hommage sein an die gro\u00dfen Unternehmerpers\u00f6nlichkeiten, die diesen Industriezweig gepr\u00e4gt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"height: 396px;\" width=\"811\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"716\"><strong>Carlos Otto<\/strong>, der Vater der deutschen Kokereiindustrie, wurde 1838 in Mirador in Mexico geboren, wo seine Familie eine Farm und eine Brauerei besa\u00dfen. Als Carlos zwei Jahre alt war, fiel sein Vater auf einer Landstra\u00dfe Wegelagerern in die H\u00e4nde und wurde ermordet. Seine Mutter beschloss daraufhin, alles zu verkaufen und in die Heimat nach Giessen zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>Nach der Schulzeit studierte Carlos an der Universit\u00e4t in Giessen Naturwissenschaften. Giessen war damals das wissenschaftliche Zentrum der Chemie. Professor <strong>Justus Liebig<\/strong> hatte gerade die chemischen Zusammenh\u00e4nge des Pflanzenwachstums entdeckt und damit ein neues Zeitalter der Agrarwissenschaft eingel\u00e4utet, auf dessen Grundlage es gelang, wesentlich h\u00f6here Ernteertr\u00e4ge zu erzielen und damit eine sichere Basis f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der rasch wachsenden Bev\u00f6lkerung Europas zu schaffen.<\/td>\n<td width=\"123\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image001.jpg\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"130\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Carlos Otto<\/strong><\/td>\n<td width=\"123\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image002.jpg\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"130\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Justus Liebig<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">Entdeckungsgeist und Fortschritt waren die Schl\u00fcsselw\u00f6rter jener Zeit. Auch Carlos Otto wurde davon angesteckt. Er studierte mit gro\u00dfem Enthusiasmus und erwarb bereits mit 20 Jahren den \u201eDr.phil\u201c. mit \u201eSumma cum laude\u201c. Dann wechselte er zur Technischen Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg in Sachsen, wo er Mineralogie und Ingenieurwissenschaften studierte.<\/p>\n<p>1859 begann Carlos Otto seine Berufslaufbahn mit dem Eintritt in die Eisen- und Stahlwerke Zwickau in Sachsen. Seine erste Arbeitsstelle fand er auf der Kokerei, in jener Zeit eine harte und schwei\u00dftreibende Arbeit. Hier aber lernte er neue einflussreiche Freunde kennen, die ihm halfen, sich nach einer besseren Arbeitsstelle umzusehen. Er fand diese schlie\u00dflich bei der Feuerfestfabrik Vygen in Duisburg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"536\">Diese Arbeitsstelle wurde wegweisend f\u00fcr seine weitere Laufbahn. Er erlernte schnell die Produktionsmethoden f\u00fcr feuerfeste Steine, die in steigendem Umfang in der rasch wachsenden Eisen- und Stahlindustrie gebraucht wurden. Es gelang ihm in kurzer Zeit, die Produktionsprozesse zu verbessern und neue Produkte zu entwickeln. Nach 12 Jahren, davon die l\u00e4ngste Zeit als Technischer Leiter, verlie\u00df er das Unternehmen in aller Freundschaft und gr\u00fcndete im Jahre 1872 zusammen mit 5 Teilhabern, alle Freunde oder Verwandte von Carlos Otto, sein eigenes Unternehmen, die <strong>Dr. C. Otto<\/strong> <strong>&amp; Comp<\/strong>. in Dahlhausen an der Ruhr.<\/p>\n<p>Den ersten gro\u00dfen Auftrag erhielt die neue Firma im Dezember 1872: die komplette Lieferung der Feuerfeststeine zum Bau von 40 Koks\u00f6fen. Der Auftraggeber verlangte 2 Jahre Garantie und 1% P\u00f6nale pro Woche Lieferverzug. Carlos Otto ging ohne Z\u00f6gern darauf ein und erhielt zwei Tage sp\u00e4ter den Zuschlag.In den ersten Jahren konzentrierte sich Otto ganz auf die Erzeugung von feuerfesten Steinen, aber sein Interesse galt von Anfang an auch den Koks\u00f6fen. 1874 bot er zum ersten Mal nicht nur die Steine, sondern auch die Planung und den Aufbau der \u00d6fen an \u2013 sozusagen \u201eschl\u00fcsselfertig\u201c. Damit hatte er zun\u00e4chst keinen Erfolg. Aber schon 1876 konnte er den ersten Komplettauftrag f\u00fcr den Bau von 30 Koks\u00f6fen verbuchen. Dr. C. Otto hatte sich vom reinen Steinlieferanten zum Kokereibauer entwickelt. Das war der Beginn einer neuen \u00c4ra in der Kokereigeschichte.<\/td>\n<td width=\"424\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image003.jpg\" alt=\"\" width=\"399\" height=\"315\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Firma Dr. C. Otto Comp. in Dahlhausen an der Ruhr<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"508\">In den Jahren ab 1876 baute Dr. Otto zun\u00e4chst <strong>Copp\u00e9e Flamm\u00f6fen<\/strong>, die damals in Europa weit verbreitet waren. In diesen \u00d6fen wurde alles entstehende Gas verbrannt, ohne die M\u00f6glichkeit der Brenngas- oder Nebenproduktengewinnung. Ottos technischer Durchbruch gelang 1881 mit der Einf\u00fchrung der <strong>Teer-<\/strong> oder <strong>Nebenprodukten\u00f6fen.<\/strong> Diese \u00d6fen verbrauchten nur einen Teil des erzeugten Gases. Der Gewinn aus dem \u00dcberschussgas war betr\u00e4chtlich und machte diese \u00d6fen wirtschaftlich attraktiv. Zudem wurde der Teer als Rohstoff f\u00fcr die chemische Industrie, insbesondere zur Herstellung von Farben und Medikamenten, immer wichtiger. 1883 f\u00fchrte Dr. C. Otto das <strong>regenerative Beheizungsprinzip<\/strong> in die Kokereitechnik ein. Erfinder war <strong>Gustav Hoffmann<\/strong>, der technische Direktor des Unternehmens. Die ersten \u00d6fen wurden auf einem Bergwerk in Schlesien gebaut. Damit begann die Zeit der <strong>Otto-Hoffmann-Regenerativ\u00f6fen.<\/strong><\/td>\n<td width=\"433\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image004.jpg\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"252\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Copp\u00e9e Flamm\u00f6fen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image005.jpg\" alt=\"\" width=\"931\" height=\"432\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Otto-Hoffmann-Regenerativofen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">Durch ihren deutlich besseren thermischen Wirkungsgrad waren sie den alten \u00d6fen \u00fcberlegen und setzten sich zuerst in Europa, bald danach auch in Amerika, Russland und im Fernen Osten durch.<\/p>\n<p>Dr. Otto hatte ein sehr modernes Gesch\u00e4ftskonzept f\u00fcr seine Nebenprodukten \u2013 \u00d6fen. Er bot den Kunden an, die Nebengewinnungsanlage kostenlos zu errichten, wenn er die Erlaubnis erhielt, diese zu betreiben und die Nebenprodukte auf eigenes Risiko zu verkaufen. Heute w\u00fcrden wir sagen, er bot ein B.O.T- Modell (Build-Operate-Transfer) an. Dieses Gesch\u00e4ftskonzept war f\u00fcr die Bergwerke, die auch damals schon unter Kapitalmangel litten, attraktiv, so dass er eine Reihe von Nebengewinnungsanlagen errichten konnte. Im Laufe der Zeit zeigte es sich aber, dass Dr. Otto auf diese Weise gute Gesch\u00e4fte machte, woraufhin die Kunden die Nebengewinnungsanlagen wieder f\u00fcr eigene Rechnung bauen lie\u00dfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"456\">Carlos Otto starb im Jahre 1897, als sich der 10.000ste Otto \u2013 Ofen im Bau befand. Er hinterlie\u00df ein bl\u00fchendes Unternehmen mit f\u00fchrenden Technologien und einer exzellenten Reputation. Unter <strong>Gustav Hilgenstock<\/strong> wuchs das Unternehmen weiter und brachte den 1896 vorgestellten <strong>Unterbrennerofen<\/strong> zum Erfolg. Wichtige Fortschritte wurden auch auf dem Gebiet der Kohlenwertstoffgewinnung gemacht. Im Jahre 1913 entstand der erste <strong>Verbundofen<\/strong>, der wahlweise mit Starkgas oder Schwachgas beheizt werden konnte, 1922 wurde der <strong>Zwillingszugofen <\/strong>patentiert und 1925 der erste Ofen mit \u00fcber 4m Kammerh\u00f6he gebaut. Den 40.000sten Koksofen baute die Firma Dr. Otto, deren Firmensitz in der Bochumer Christstra\u00dfe lag, 1941 auf den Gaswerken in Kobe, Japan und den 50.000sten im Jahre 1954 auf einer Kokerei in Deutschland.<\/p>\n<p>Als die Firma 1972 ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen feierte, befand sich die Kokereiindustrie noch in guter Verfassung. Otto arbeitete an gro\u00dfen Auftr\u00e4gen aus Japan, Korea, Amerika und Europa. Die Bl\u00fcte dauerte aber nicht mehr lange: 1979,als der 70.000ste Otto-Ofen im Bau war, verkaufte die Familie Otto ihre Anteile an die Salzgitter AG. Bereits 6 Jahre sp\u00e4ter wiederum verkaufte Salzgitter das Ingenieurbaugesch\u00e4ft an den Konkurrenten Carl Still in Recklinghausen. Die Steinfabrik blieb im Verbund mit Salzgitter.<\/td>\n<td width=\"477\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image006.jpg\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"344\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Firma Dr. Otto, Firmensitz in der Bochumer Christstra\u00dfe<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"158\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image007.jpg\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"182\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Carl Still<\/strong><\/td>\n<td width=\"775\"><strong>Carl Still<\/strong>, der zweite in der Reihe der gro\u00dfen deutschen Kokereipioniere, wurde 1868 geboren. Er studierte Maschinenbau und trat 1888 in die Firma Dr. C. Otto ein, wo er zun\u00e4chst als Montageingenieur, sp\u00e4ter als Konstruktionschef arbeitete. Im Laufe der Zeit und mit zunehmender Erfahrung kam er zu der Erkenntnis, dass die Berechnungs- und Planungsmethoden f\u00fcr Koks\u00f6fen und Nebengewinnungsanlagen ziemlich ungenau und empirisch und zu wenig wissenschaftlich abgesichert waren. Er fand aber, wie oft in solchen F\u00e4llen, bei seinen Vorgesetzten wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Vorstellungen.<\/p>\n<p>In Carl Funke, einem der \u201eRuhrbarone\u201c in jener Zeit, fand er hingegen einen interessierten und einflussreichen Zuh\u00f6rer. Neben anderen Industriewerken besa\u00df Funke mehrere Zechen und Kokereien. Carl Still konnte ihn von den Vorz\u00fcgen seines neuen Verfahrens zur Benzolgewinnung \u00fcberzeugen, so dass er ihm die Gelegenheit gab, eine Benzolfabrik nach eigenen Entw\u00fcrfen auf Funkes Kokerei \u201eK\u00f6nig Ludwig\u201c zu errichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"792\">Die neue Anlage arbeitete vom ersten Tag an hervorragend. Carl Funke ermutigte Still, sich selbst\u00e4ndig zu machen, was dann am <strong>1. Mai 1898<\/strong> mit der Gr\u00fcndung der <strong>Firma Carl Still<\/strong> in Recklinghausen geschah. Gegenstand des Unternehmens war die Gewinnung und Verarbeitung von Kohlenwertstoffen sowie Planung und Bau von Koks\u00f6fen und Nebengewinnungsanlagen.<\/p>\n<p>Carl Funke war ein pers\u00f6nlicher Freund von <strong>Max Planck<\/strong>, dem sp\u00e4teren Nobelpreis-tr\u00e4ger. Er machte Still, der ein gl\u00e4nzender Ingenieur und gro\u00dfer Bewunderer naturwissenschaftlicher Forschung war, mit Planck bekannt. Still hatte gro\u00dfe Freude an den wissenschaftlichen Diskursen mit Planck, bei denen es nicht nur um Mathematik und Naturwissenschaften, sondern auch um philosophische und theologische Themen ging. In Anerkennung f\u00fcr seine wissenschaftlichen Leistungen verlieh ihm die Technische Hochschule Aachen 1919 den Titel eines Dr. Ing. h.c.<\/td>\n<td width=\"151\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image008.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"183\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Max Planck<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"678\"><strong>Stills<\/strong> gr\u00f6\u00dfte Leistungen waren sicherlich auf dem Gebiet der Gasbehandlung und der Kohlenwertstoffgewinnung. Er spielte aber auch eine wichtige Rolle als Ofenkonstrukteur. Beispielsweise baute Still bereits im Jahre 1929 auf der Kokerei \u201eNordstern\u201c den ersten 6m-Ofen, was f\u00fcr die damalige Zeit eine Revolution war. Weitere Meilensteine waren der erste 7m-Ofen im Jahre 1970 und schlie\u00dflich die 7,65m hohen \u00d6fen f\u00fcr Nippon Kokan in Ohgishima, Japan im Jahr 1977. Der halbgeteilte Ofen mit \u00fcber die H\u00f6he gestufter Luft- und Schwachgaszufuhr war eine erfolgreiche Konstruktion, die bis in die 90er Jahre von Still gebaut wurde.<\/p>\n<p>Carl Still f\u00fchrte sein Unternehmen mehr als 50 Jahre. An seinem 80. Geburtstag, am 2.8.1948, fand sich ein illustrer Kreis von Pers\u00f6nlichkeiten aus Wissenschaft und Politik zusammen, darunter die Rektoren der Universit\u00e4ten G\u00f6ttingen und M\u00fcnster. Drei Jahre danach starb Carl Still nach einem erf\u00fcllten Leben. Sein Sohn Karl Friedrich \u00fcbernahm die Firma und f\u00fchrte sie im gleichen Stil wie sein Vater. Die Fa. Carl Still gewann eine Reihe von Kokereiauftr\u00e4gen im Rahmen des Aufbaus der Stahlindustrie in Japan und weitete seinen Einfluss in Europa und Nordamerika aus.<\/p>\n<p>Als Stills gro\u00dfer Konkurrent, die Firma Dr. C. Otto, im Jahre1985 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, entschloss sich Dr. Carl Still, der nun in der dritten Generation die Firma Carl Still leitete, Dr. Otto zu \u00fcbernehmen. Beide Unternehmen gingen in die Firma <strong>Still-Otto<\/strong> auf. Aber schon wenige Jahre sp\u00e4ter zeigte sich, dass eine Privatfirma wie Still-Otto ohne die finanzielle R\u00fcckendeckung eines gro\u00dfen Konzerns am Markt nicht bestehen konnte. Deshalb entschloss sich Dr. Still, die Mehrheit an seinem Unternehmen an den Thyssen-Konzern zu verkaufen. Thyssen kaufte bald darauf auch noch das Kokereigesch\u00e4ft von <strong>Didier- Engineering<\/strong> hinzu und verschmolz alles zur <strong>Thyssen Still Otto Anlagentechnik.<\/strong><\/td>\n<td width=\"265\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image009.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"325\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>6 m-\u00d6fen auf der Kokerei Nordstern (1929)<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"173\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image010.jpg\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"236\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Heinrich Koppers<\/strong><\/td>\n<td width=\"770\"><strong>Heinrich Koppers<\/strong>, ein v\u00f6llig anderer Charakter, wurde 1872 geboren, dem Jahr, als Carlos Otto sein Unternehmen gr\u00fcndete. Sein Vater musste aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden seinen kleinen Bauernhof am Niederrhein verkaufen und nahm die Stelle eines Pf\u00f6rtners bei einer Eisenbahngesellschaft in Bochum an. Heinrich Koppers ging dort zur Schule und absolvierte eine Klempnerlehre. Seine erste Stelle erhielt er als Dreher in einem Walzwerk in Bochum.<\/p>\n<p>Koppers besuchte neben seiner Arbeit die technische Abend- und Sonntagsschule, um die Zulassung zur H\u00fcttenschule zu erlangen und erreichte diese Qualifizierung mit Auszeichnung. Auch an der H\u00fcttenschule gewann er auf Grund sehr guter Leistungen die Aufmerksamkeit seiner Lehrer. Im Jahre 1893 schloss er sein Studium ab und begann als Betriebsassistent in einem M\u00fcnchener Kupferwerk. Als nach einem Jahr der Sohn des Besitzers die Stelle f\u00fcr sich in Anspruch nahm, verlie\u00df er das Unternehmen und trat im Juni 1894 in die Firma Dr. C. Otto ein. Offenbar \u00fcbertraf er auch hier die in ihn gesetzten Erwartungen. Neben seinem 12-Stunden-Tag auf der Kokerei \u201eGermania\u201c in Dortmund arbeitete er intensiv an einem Verfahren zur Gewinnung von Cyanid aus Koksofengas. Hiervon h\u00f6rte Gustav Hilgenstock, der technische Direktor bei Dr. C. Otto. Ihm gefiel die Art, wie Koppers an die Probleme heranging, und schickte ihn auf die Versuchskokerei der Firma in Dahlhausen. Sein Auftrag an Koppers war die Verbesserung des Otto-Hoffmann-Ofens mit dem Ziel einer besseren Gasausbeute. Von da an war Koppers ma\u00dfgeblich an der Entwicklung des Unterbrennerofens beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"943\">Dieser Unterbrennerofen wurde ein voller Erfolg. Das Ziel war jetzt, den Ofen allein mit Schwachgas zu beheizen, damit das gesamte Koksofengas f\u00fcr Beleuchtungs- und Heizzwecke frei w\u00fcrde. Koppers\u2018 L\u00f6sung hierzu war eine radikale Konstruktions\u00e4nderung im Bereich des Regenerators, und zwar die Umstellung vom L\u00e4ngs- zum Querregenerator. Hilgenstock war mit diesem Vorschlag \u00fcberhaupt nicht einverstanden. Nach langen Auseinandersetzungen kam es zu einem Zerw\u00fcrfnis zwischen den beiden, in dessen Ergebnis Koppers die Firma verlassen musste. Seine Ideen aber hatte er rechtzeitig zum Patent angemeldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"763\">In dieser prek\u00e4ren Lage fand Koppers, \u00e4hnlich wie einige Zeit zuvor Carl Still, einen Freund und F\u00f6rderer, der sich von seinen Ideen \u00fcberzeugen lie\u00df. <strong>Hugo<\/strong> <strong>Stinnes<\/strong> ein einflussreicher Industrieller an der Ruhr, gab ihm die M\u00f6glichkeit, auf der Kokerei Mathias Stinnes in Karnap eine Koksofenbatterie nach seinem Patent zu bauen. Die \u00d6fen sollten wahlweise mit Generatorgas oder Koksofengas beheizt werden.<\/p>\n<p>Die neue Batterie brachte zwar den Beweis, dass der erstrebte Gas\u00fcberschuss zu erreichen war, wurde letztlich aber doch kein Erfolg. Die Probleme der Staubablagerungen in den Brennerd\u00fcsen lie\u00dfen sich\u00a0 nicht l\u00f6sen. Trotz dieser Entt\u00e4uschung, vor allem f\u00fcr seinen F\u00f6rderer Stinnes, gab Koppers nicht auf. Er war von der Richtigkeit seiner Ideen \u00fcberzeugt und musste deshalb seinen weiteren Weg allein gehen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1901 machte er sich als Civilingenieur in Karnap selbst\u00e4ndig. Noch im gleichen Jahr pr\u00e4sentierte er zusammen mit der Feuerfestfabrik Hiby &amp; Schroer einen neuen Koksofen, der eine Vielzahl von \u00d6ffnungen in der Ofendecke hatte. Durch diese \u00d6ffnungen waren die Brennerd\u00fcsen auf der Heizzugsohle zug\u00e4nglich und konnten ausgetauscht werden. Diese \u00d6ffnungen sind heute noch als \u201eSchaul\u00f6cher\u201c bekannt und Bestandteil eines jeden Koksofens gleich welcher Bauart.<\/td>\n<td width=\"188\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image011.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"229\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Hugo<\/strong> <strong>Stinnes<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"952\">Obwohl der Ofen zun\u00e4chst nur mit Spott und Verachtung kommentiert wurde, erwies sich diese Konstruktion als ein voller Erfolg. Koppers gewann damit seine ersten Batterieauftr\u00e4ge. Mit der gro\u00dftechnischen Einf\u00fchrung des Querregenerators im Jahre 1904 schaffte er endg\u00fcltig den Durchbruch und wurde nun in der Fachwelt anerkannt. Die \u00d6fen mit Querregenerator waren technisch derart \u00fcberlegen, dass nach und nach alle Ofenbauer dieses Konstruktionsprinzip einf\u00fchrten. Es ist bis heute unver\u00e4ndert geblieben.<\/p>\n<p>Im Jahre 1906 sah es so aus, als w\u00fcrde Koppers einen herben R\u00fcckschlag erleiden. Eine Reihe von Heizw\u00e4nden einer gerade fertiggestellten Batterie auf der Kokerei Anna in Alsdorf wurde pl\u00f6tzlich eingedr\u00fcckt. Nach dem ersten Schock ging Koppers an die Ursachenforschung und fand heraus, dass nicht die Ofenkonstruktion, sondern der Treibdruck der Kohle der Grund f\u00fcr die Sch\u00e4den war. Dieses Beinahe-Desaster veranlasste Koppers, genaue Spezifikationen f\u00fcr die Pr\u00fcfung von Einsatzkohlen zu entwickeln und zu ver\u00f6ffentlichen. Sie wurden bald darauf zu allgemein anerkannten Regeln in der Kokereiindustrie. In diesem Zusammenhang entwickelte er auch den Testofen mit beweglicher Wand, in dem der Treibdruck bestimmt werden kann. Seine Methoden werden, mit weiteren Verbesserungen versehen, auch heute noch angewandt.<\/p>\n<p>Ein anderes bis heute beim Bau von Koks\u00f6fen eingesetztes Konstruktionsmerkmal ist die <strong>Kreisstrombeheizung<\/strong>, die Koppers 1927 erfand. Sie f\u00fchrte zu einer Vergleichm\u00e4\u00dfigung der Heizzugtemperaturen und, was Koppers damals noch nicht wissen konnte, zu einer Reduzierung von NO<sub>X<\/sub> im Abgas.<\/p>\n<p>Der hohe technische Standard und insbesondere der hohe Gas\u00fcberschuss seiner \u00d6fen waren die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die Illinois Steel Corporation im Jahre 1906 eine Delegation nach Europa sandte, um sich \u00fcber die Vorteile der neuen \u00d6fen zu informieren. Sie waren in der Tat den damals in Amerika gebr\u00e4uchlichen Koks\u00f6fen weit \u00fcberlegen. Der Bericht der Delegation war \u00e4u\u00dferst positiv. Kurze Zeit sp\u00e4ter erhielt Koppers von US Steel eine Einladung, seine \u00d6fen pers\u00f6nlich in Amerika vorzustellen. Er kam von dieser Reise mit dem Auftrag zum Bau von 4 Batterien zu je 70 Regenerator\u00f6fen f\u00fcr die Illinois Steel Corporation in Joliet bei Chicago zur\u00fcck. US Steel erteilte Koppers in den folgenden Jahren weitere Auftr\u00e4ge \u00fcber mehr als 1200 \u00d6fen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"772\">In diesen Jahren machte Koppers in Amerika ein Verm\u00f6gen. Der Marktanteil der Koppers und Koppers-Becker \u00d6fen stieg zwischen den beiden Weltkriegen auf \u00fcber 70%. F\u00fcr mehr als 50 Jahre war Koppers Marktf\u00fchrer in den USA. Das Koppers Building in Pittsburgh ist noch heute ein eindrucksvoller Zeuge des Erfolges in jener Zeit.<\/p>\n<p>Heinrich Koppers starb am 5.9.1941, mitten im Krieg. Die englische \u201eCoke and Smokeless Fuel\u201c schrieb in einem Nachruf: \u201eEs gibt viele ehrenwerte Namen unter den Kokereipionieren und Koksofenkonstrukteuren: Carv\u00e8s, Hoffmann, Otto, Copp\u00e9e und andere. Heinrich Koppers aber ragt unter ihnen heraus aufgrund seiner gro\u00dfen Verdienste in der Entwicklung der Kokereiindustrie, wie wir sie heute kennen.\u201c<\/p>\n<p>Unter seinem Sohn Dr. Hans Heinrich Koppers und Heinrich B\u00f6nnemann, der danach Generaldirektor wurde, hatte die Firma ma\u00dfgeblichen Anteil am Wiederaufbau der im zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rten Kokereien in Deutschland und Europa sowie am Aufbau der jungen Stahlindustrie in Japan. Im Jahre 1974 geriet Koppers aber in Schwierigkeiten. Die Familie verkaufte ihre Anteile f\u00fcr den symbolischen Preis von 1DM an Krupp. Zusammen mit Krupp Chemieanlagenbau firmierte sie danach als <strong>Krupp Koppers. <\/strong>Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Krupp Uhde von 1997 bis 1999 wurde der Kokereibereich mit Thyssen Still Otto Anlagentechnik zusammengef\u00fchrt und trug dann den Namen ThyssenKrupp EnCoke.<\/td>\n<td width=\"180\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image012.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"319\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Koppers Building in den USA<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"168\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image013.jpg\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"220\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>Friedrich Uhde<\/strong><\/td>\n<td width=\"775\">Im Zuge der Konzentration des Anlagenbaus innerhalb des ThyssenKrupp Konzerns wurde im Jahre 2004 ThyssenKrupp EnCoke als eigenst\u00e4ndige Firma aufgel\u00f6st und das Arbeitsgebiet Kokereibau auf die Firma Uhde in Dortmund \u00fcbertragen. Der Firmengr\u00fcnder der <strong>Uhde GmbH, Friedrich Uhde<\/strong>, war nach Beendigung seines Studiums als Maschinenbauer im Jahre 1903 zu Dr. C. Otto gegangen und hatte dort in der Konstruktion von Nebenproduktenanlagen gearbeitet. 1905 \u00fcbernahm er die Stellung eines Betriebsleiters auf der Kokerei der Zeche Lothringen in Bochum, wo er eine Versuchsanlage zur katalytischen Verbrennung von Ammoniak entwickelte und baute. Der Betrieb dieser Versuchsanlage mit Platinkatalysatoren verlief erfolgreich, so dass er auf dieser Grundlage eine Anlage zur Herstellung von Salpeters\u00e4ure und schlie\u00dflich Ammonnitrat bauen lie\u00df. Daraus lie\u00df sich Sprengstoff f\u00fcr den Bergbau, aber auch Schie\u00dfpulver f\u00fcr milit\u00e4rische Anwendungen herstellen.<\/p>\n<p>Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges, im Dezember 1914, wurde Friedrich Uhde aus dem Felde geholt, da seine Kenntnisse zur Herstellung von Nitratsprengstoffen von strategischer Bedeutung waren. Auf der Zeche Lothringen baute er in k\u00fcrzester Zeit eine Anlage zur Herstellung der Vorprodukte zur Erzeugung von Schie\u00dfpulver.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"426\">Nach dem ersten Weltkrieg machte sich Uhde als Zivilingenieur selbst\u00e4ndig. 1921 gr\u00fcndete er einen chemischen Betrieb unter dem Namen \u201eFriedrich Uhde, B\u00f6vinghausen\u201c. Im Jahre 1925 \u00e4nderte er den Firmennamen in \u201eFriedrich Uhde Ingenieurb\u00fcro\u201c, aus der sich schlie\u00dflich die als Uhde GmbH weltweit bekannte Firma des chemischen Anlagenbaus entwickelte. In diesem Unternehmen haben heute die deutschen Kokereibauer ihre Heimat gefunden und arbeiten weiterhin erfolgreich beim Bau von Kokereianlagen rund um die Welt, derzeit vor allem in China und im \u00fcbrigen Fernen Osten, wo zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein dynamisches Wachstum der Stahlindustrie und damit der Kokserzeugung zu verzeichnen ist.<\/p>\n<p>Damit schlie\u00dft sich ein Kapitel deutscher Industriegeschichte. Kohle und Koks haben in Deutschland und in Europa nicht mehr die Bedeutung wie noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Diesen fundamentalen Ver\u00e4nderungen hat sich die Kokereiindustrie angepasst. Dennoch f\u00fchrt der deutsche Kokereibau auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch eine f\u00fchrende Rolle.<\/td>\n<td width=\"531\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vdkf-ev.de\/upload\/explorer\/Historiker\/Geschichte-der-Kokereibaufirmen_final-Hein-1-Dateien\/image014.jpg\" alt=\"\" width=\"517\" height=\"333\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><strong>\u201eFamily Tree\u201c der Uhde GmbH<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"962\">Man mag es als eine Ironie des Schicksals bezeichnen, dass die noch zum Ende des letzten Jahrhunderts als modernste Kokerei der Welt geltende Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund im Jahre 2004 von chinesischen Arbeitern zerlegt und in China wieder aufgebaut wurde. Dies wurde zur Initialz\u00fcndung zum Bau einer ganzen Reihe gleichartiger und teilweise noch gr\u00f6\u00dferer und modernerer Kokereien in China. Alle diese Anlagen werden nach der Technologie der deutschen Kokereibauingenieure geplant und gebaut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte der Deutschen Kokereibaufirmen (als PDF-Datei) &nbsp; von Dipl.-Ing. Hermann Toll, Essen &nbsp; Als Carlos Otto im Jahre 1872 die Firma Dr. C. 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