{"id":554,"date":"2016-05-20T11:50:57","date_gmt":"2016-05-20T09:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/web.vdkf-ev.de\/site\/?page_id=554"},"modified":"2016-05-20T12:50:21","modified_gmt":"2016-05-20T10:50:21","slug":"laudatio-nelles","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vdkf-ev.de\/web\/site\/index.php\/laudatio-nelles\/","title":{"rendered":"Laudatio Nelles"},"content":{"rendered":"<p>Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Koker-Medaille 2016<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrn <\/strong><strong>Dr.-<\/strong><strong>Ing. Leo Nelles<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>aus Krefeld zu verleihen. Mit der Auszeichnung sollen die besonderen Leistungen von Dr. Nelles bei der Weiterentwicklung der betrieblichen Kokereitechnik sowie bei der Vertretung des deutschen Kokereiwesens in nationalen und internationalen Gremien gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den jungen Leo Nelles war der sp\u00e4tere Berufsweg eigentlich vorgegeben, wurde er doch am 6. April 1948 in Gelsenkirchen in eine Koker-Familie hineingeboren. Im Stadtteil Horst wuchs er auf in einer Zeit, an die er immer gern zur\u00fcckblickte. Sein Gro\u00dfvater und Vater waren beide in leitenden Positionen auf Kokereien t\u00e4tig. Und so lernte der kleine Leo recht bald den Betrieb auf den Kokereien Nordstern und Zollverein kennen. Die gro\u00dfen Maschinen auf der Kokerei Nordstern haben es ihm schon als Kind angetan, nichtahnend, dass er sp\u00e4ter einmal f\u00fcr die seinerzeit gr\u00f6\u00dften Koks\u00f6fen der Welt verantwortlich sein w\u00fcrde. Bis dahin dauerte es aber noch ein wenig.<\/p>\n<p>Nach der Grundschule besuchte Leo Nelles das damalige Jungengymnasium in Gladbeck, das heutige Ratsgymnasium. Der Technik aufgeschlossen entschied er sich dabei zum Schluss f\u00fcr den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig. Im Jahr 1968 legte er die Abiturpr\u00fcfungen ab.<\/p>\n<p>In seiner Jugend besa\u00df der Kokereibetrieb f\u00fcr Herrn Dr. Nelles immer eine besondere Bedeutung. Und das nicht nur wegen der famili\u00e4ren Banden, sondern auch dadurch, dass sich vielseitige Kontakte zu Koker-Kollegen seines Vaters ergaben. Und dazu kam sein pers\u00f6nliches Engagement, mit dem er sich interessante und sicher auch ertragreiche Ferienjobs im Zechenbetrieb verschaffte.<\/p>\n<p>Die 1968 eigentlich anstehende Berufswahl konnte Herr Dr. Nelles ein wenig aufschieben, da nun zuerst der Wehrdienst anstand. Auch wenn er manchmal mit der Architektur gelieb\u00e4ugelt hatte, so waren es vielleicht auch die zwei Jahre bei den Panzergrenadieren in der sch\u00f6nen Holsteinischen Schweiz, die den Entschluss reifen lie\u00dfen, die famili\u00e4ren Traditionen fortzuf\u00fchren. Und so begann er im Jahr 1970 das Studium des Bergbaus an der Technischen Universit\u00e4t in Berlin. Seine Zeit als Bergbaubeflissener absolvierte er auf der Zeche Nordstern. Zum Studienende spezialisierte sich Dr. Nelles im Bereich Aufbereitungs- und Veredlungstechniken, wo er das Gl\u00fcck hatte, von Herr Professor Simonis privatissime in die Kokereitechnik eingef\u00fchrt zu werden. Nach dem Hauptexamen im Jahr 1975, das er mit sehr gut absolvierte, trug sich Dr. Nelles zun\u00e4chst mit dem Gedanken, direkt ins Berufsleben einzutreten.<\/p>\n<p>Diese Idee lie\u00df er aber bald fallen. Auch auf Anraten der Koker-Kollegen seines Vaters, zu denen auch unser unvergessener Dr. Klaus Hofherr z\u00e4hlte, begann er stattdessen eine Doktor-Arbeit unter Leitung von Professor Simonis zur Problematik des K\u00f6rnungseinflusses der Kokskohle auf das Koksbildungsverm\u00f6gen an (&#8222;Die Abh\u00e4ngigkeit des Koksbildungsverm\u00f6gens von der Korngr\u00f6\u00dfenverteilung der Steinkohle bei unterschiedlichen Aufheizbedingungen und die \u00c4nderung der Elementarzusammensetzung des festen Pyrolyser\u00fcckstandes in dem Temperaturbereich zwischen 570 und 1070 K&#8220;). Sicher ahnte er zu diesem Zeitpunkt nicht, dass diese Problematik ihn sp\u00e4ter in der Funktion eines Kokereileiters wieder einholen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nach Abschluss der Promotion wechselte er 1978 als Betriebs-Ingenieur auf die Kokerei der damaligen Mannesmann-R\u00f6hrenwerke in Huckingen und blieb dort zun\u00e4chst bis zum Jahr 1991. In diese Zeit fielen Planung und Bau der damals modernsten Kokerei mit vormals nicht erreichten Batterieabmessungen. F\u00fcr die technische Planung zeichnete damals Dr. Reinhold Beckmann verantwortlich; an der Umsetzung der anspruchsvollen Ziele sowie bei der Inbetriebnahme der Anlage nahm Dr. Nelles an vorderster Front teil.<\/p>\n<p>Im Jahr 1991 wechselte er als Betriebsleiter auf die Kokerei Rheinhausen. Hier stand er zun\u00e4chst vor der gro\u00dfen Herausforderung, die alte Anlage zu sanieren, um dann recht bald feststellen zu m\u00fcssen, dass die Stilllegung unausweichlich war. Beides bedurfte der Begleitung durch einen exzellenten Fachmann, zu dem sich Dr. Nelles mittlerweile entwickelt hatte. Und so war es nicht verwunderlich, dass man ihn anschlie\u00dfend im Jahr 1993 wieder auf die Kokerei Huckingen zur\u00fcckrief \u2013 und das sicher auch vor dem Hintergrund der bald vakant werdenden Stelle des Kokereileiters. Dr. Nelles \u00fcbernahm zun\u00e4chst in der Funktion eines Betriebsleiters den Bereich Kokereientwicklung. Ein wenig abseits vom reinen Produktionsbetrieb konnte er sich hier voll der Optimierung des Betriebes widmen.<\/p>\n<p>Im Januar 1996 wurde er dann Nachfolger von Dr. Beckmann als Kokereileiter, wobei ihm bei dieser Entscheidung seine Zeit auf der Kokerei Rheinhausen sicher zu Gute kam, wie Dr. Nelles es manchmal selbst bezeichnet hatte. Sogleich stand er vor der gro\u00dfen Herausforderung, die abnehmende Verf\u00fcgbarkeiten heimischer Kokskohlen durch geeignete Importkohlen zu kompensieren. Hierbei kamen ihm sicher auch seine Erfahrungen mit feink\u00f6rnigen Kokskohlen und deren Einfluss auf die Dilatation aus seiner Doktorarbeit zu Gute. Diese Aktivit\u00e4ten waren verbunden mit vielen Auslandsreisen, bei denen er sich \u00fcber die Lagerst\u00e4tten und Produktionsbedingungen der Kokskohlen informierte. F\u00fcr den studierten Bergmann war es ein Leichtes, hier den richtigen Ton f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Kollegen zu finden.<\/p>\n<p>Seit dem Jahr 2005 war Herr Dr. Nelles in die Planungen f\u00fcr den Bau der zweiten Batterie eingebunden. Eine Vielzahl von Neuerungen und Verbesserungen zeigen seine Handschrift. Die Inbetriebnahme der Batterie selbst erlebte er dann als Ruhest\u00e4ndler, schied er doch Im Jahr 2013 aus dem aktiven Berufsleben aus.<\/p>\n<p>Sein erfolgreiches Wirken auf der Kokerei f\u00fchrte Dr. Nelles stets auf das gute Verh\u00e4ltnis zu seinen Mitarbeitern zur\u00fcck. Auch kritische Betriebssituationen konnten so gemeinsam gemeistert werden. Herr Dr. Nelles war stolz auf seine Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Kollegialit\u00e4t pflegte Dr. Nelles auch auf \u00fcberbetrieblicher Ebene im nationalen und europ\u00e4ischen Ausschusswesen.<\/p>\n<p>Von 1996 bis 2013 war er Mitglied im Deutschen Kokereiausschuss &#8211; von 1999 bis 2013 deren Vorsitzender. Die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Kokereikollegen zeigte sich besonders in den Krisenjahren 2008\/09, als er zusammen mit ihnen eine Stellungnahme zu den technischen Grenzen beim Herunterfahren von Koksofenbatterien abgab. Im Jahr 2013 ehrte der Ausschuss Herrn Dr. Nelles mit der Ehrenmitgliedschaft.<\/p>\n<p>\u00dcber viele Jahre war Dr. Nelles stellvertretender Vorsitzende des VDKF. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Verein weiteren Kreisen ge\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p>Seine internationalen Kontakte konnte er w\u00e4hrend seiner Mitgliedschaft im Europ\u00e4ischen Kokereiausschuss weiter vertiefen. Von 1996 bis 2013 war er Mitglied in diesem Ausschuss &#8211; von 2003 bis 2005 dessen Chairman \u2013 eine Aufgabe, die er auch gern wahrnahm.<\/p>\n<p>Mit Herrn Dr. Nelles ehrt der VDKF heute einen reinrassigen Koker in der dritten Generation. Herr Dr. Nelles ist verheiratet, und einer seiner S\u00f6hne ist beruflich der Verkokung nicht ganz fern, so dass die Tradition auch fortgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Mit der Verleihung der Koker-Medaille 2016 an Herrn Dr. Leo Nelles ehren wir einen exzellenten Kokereifachmann und immer gern gesehenen Gespr\u00e4chspartner. Durch seine vielf\u00e4ltigen Initiativen hat er den Erfahrungsaustausch mit Kollegen \u00fcber die Grenzen hinaus gef\u00f6rdert und so die Interessen des deutschen Kokereiwesens wirkungsvoll gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die &nbsp; Koker-Medaille 2016 \u00a0 Herrn Dr.-Ing. Leo Nelles \u00a0 aus Krefeld zu verleihen. 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