{"id":780,"date":"2018-05-07T10:12:55","date_gmt":"2018-05-07T08:12:55","guid":{"rendered":"http:\/\/web.vdkf-ev.de\/site\/?page_id=780"},"modified":"2018-05-07T10:22:01","modified_gmt":"2018-05-07T08:22:01","slug":"laudatio-gaillet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vdkf-ev.de\/web\/site\/index.php\/laudatio-gaillet\/","title":{"rendered":"Laudatio Gaillet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Koker-Medaille 2018<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Herrn Jean-Paul Gaillet<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">aus Macheren (Frankreich) zu verleihen.<\/p>\n<p>Mit der Auszeichnung sollen die besonderen Leistungen von Herrn Gaillet auf dem Gebiet der Kokerei-Forschung, insbesondere f\u00fcr die Entwicklung von Methoden zur Schadensfr\u00fcherkennung an Koks\u00f6fen gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jean-Paul Gaillet wurde am 3. Dezember 1950 in Saint-Fons, einem Stadteil von Lyon, geboren.<\/p>\n<p>Nach einem erfolgreichen Chemie-Studium an der Universit\u00e4t von Lyon zog es ihn von der Rhone in den Norden von Frankreich, nach Lothringen. Seiner zur\u00fcckgelassenen Heimat blieb er weiterhin verbunden, und das sicherlich nicht nur des guten Weines wegen. Jetzt aber r\u00fcckte die Steinkohle in den Fokus seines Interesses: im Jahr 1977 begann er seine berufliche Karriere als Wissenschaftler Im Centre de Pyrolyse de Marienau (CPM) in Forbach nahe der Grenze zum Saarland. Unter seinem damaligen Chef Dr. Emile Yax, der vielleicht auch heute noch dem Einen oder Anderen als exzellenter Kokereifachmann in Erinnerung ist, entwickelte sich rasch sein Interesse f\u00fcr den Verkokungsprozess und die thermischen Randbedingungen, die diesen erst m\u00f6glich machen. Den dahinter stehenden Fragestellungen und nat\u00fcrlich auch den technischen L\u00f6sungen ist Herr Gaillet sein ganzes Berufsleben verbunden geblieben.<\/p>\n<p>Ein guter Einstieg waren umfangreiche Untersuchungen zur W\u00e4rmeverteilung im Koksofen, die er im halbtechnischen Ma\u00dfstab und auf verschiedenen Kokereien durchf\u00fchrte. Eine Optimierung der Prozesskontrolle gelang ihm durch die Entwicklung von Verfahren zur Bestimmung des Verkokungsendes sowie auch zur Messung der Koks-Endtemperatur w\u00e4hrend des Druckvorganges.<\/p>\n<p>Im Jahr 1982 \u00fcbernahm Herr Gaillet die Leitung der Arbeitsgruppe Prozess-Kontrolle bei CPM. Wesentliche Schwerpunkte der jetzt durchgef\u00fchrten Projekte waren die Erarbeitung von Methoden zur Schadensfr\u00fcherkennung an Koks\u00f6fen. Die in seinem Team entwickelten Sonden PYROFIL, VIDEOFIL sowie verschiedene spezielle Endoskope erm\u00f6glichen Einblicke in das Batteriemauerwerk auch in besonders schwer zug\u00e4nglichen Bereichen und werden heute weltweit zur Analyse von Feuerfest-Sch\u00e4den bzw. zur Planung der erforderlichen Reparaturarbeiten eingesetzt. Besonders in S\u00fcdkorea und in Japan haben sich die von ihm entwickelten VIDEOFIL-Sonden auf vielen Kokereien etabliert.<br \/>\nDie konsequente Anwendung der von Herrn Gaillet entwickelten Methoden zur Schadensfr\u00fcherkennung hat in vielen F\u00e4llen sicher dazu beigetragen, dass die Lebensdauer der analysierten Batterien verl\u00e4ngert werden konnte.<\/p>\n<p>Auch die W\u00e4rmetechnik, die Charakterisierung von Kokereieinsatzmischungen, Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Koksqualit\u00e4t und die Untersuchung verfahrenstechnischer Zusammenh\u00e4nge standen immer wieder im Mittelpunkt der T\u00e4tigkeiten von Herrn Gaillet.<\/p>\n<p>Seine Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden vielfach von der EGKS \u2013 der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft f\u00fcr Kohle und Stahl \u2013 gef\u00f6rdert, und Herr Gaillet wurde wegen seines gro\u00dfen Wissens und seiner liebenswerten Art gern in den Kreis der europ\u00e4ischen Kokerei-Forscher aufgenommen. Von der Generaldirektion Forschung der Europ\u00e4ischen Kommission wurde er zudem in den Gutachterkreis zur Bewertung von Forschungsvorhaben berufen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Arbeiten von Jean-Paul Gaillet sind in mehr als 80 Vortr\u00e4gen, Ver\u00f6ffentlichungen und Tagungsberichten festgehalten.<\/p>\n<p>Zusammen mit seinen Mitarbeitern war Herr Gaillet weltweit ein gefragter Gespr\u00e4chspartner und Berater bei s\u00e4mtlichen betrieblichen Problemen in der Kokereiindustrie. Sein reichhaltiges Wissen floss dabei h\u00e4ufig in die Planung neuer Bauvorhaben ein.<\/p>\n<p>Die Association technique de la sid\u00e9rurgie (<em><strong>ATS<\/strong><\/em>) zeichnete Herrn Gaillet im Jahr 1996 f\u00fcr seine Beitr\u00e4ge zur technischen Weiterentwicklung mit dem ATS-Preis aus.<\/p>\n<p>Im Jahr 2002 wurde Herrn Jean-Paul Gaillet die Leitung des CPM \u00fcbertragen. Wesentliche Spuren hat er hier hinterlassen, als es ihm nach Auslaufen der EGKS-Forschung gelang, unter der Tr\u00e4gerschaft von ArcelorMittal Research und der Zentralkokerei Saar wieder ein solides Fundament f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Arbeit des CPM zu gewinnen.<\/p>\n<p>Zukunftssicherheit verspricht auch die vor einigen Jahren initiierte systematische Schulung von Kokereimitarbeitern f\u00fcr die franz\u00f6sische Kokereiindustrie. So kann man heute auf franz\u00f6sischen Kokereien oft auf junge Mitarbeiter treffen, die ihre berufliche Laufbahn beim CPM begonnen haben. Auch auf internationaler Ebene versuchte Herr Gaillet sein Wissen an junge Mitarbeiter weiterzugeben. So war er Referent bei den sogenannten Mac Master Cokemaking Kursen in Kanada sowie auch beim VDEh Cokemaking Seminar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herr Gaillet war \u00fcber viele Jahre Mitglied in verschiedenen technischen Vereinigungen und Kommissionen weltweit. In den Jahren 2006\/07 war er Chairman des Europ\u00e4ischen Kokereiausschusses.<\/p>\n<p>Auf seinen von ihm gern wahrgenommenen Dienstreisen konnte er weltweit viele Freundschaften mit Kokereikollegen schlie\u00dfen, so dass sich T\u00fcren vielfach leichter \u00f6ffnen lie\u00dfen. Der ostasiatische Raum hatte es ihm besonders angetan. Mitgereiste Kollegen erinnern sich gern an seine legend\u00e4ren Karaoke-Auftritte beim geselligen Teil solcher Reisen, was sicherlich auch zur erfolgreichen Umsetzungen seiner Entwicklungsarbeiten beigetragen hat.<\/p>\n<p>Im Juni 2017 trat Herr Jean-Paul Gaillet in den Ruhestand. Jetzt hat er sicher auch wieder mehr Zeit zum Genie\u00dfen von guten Weinen und der Haute Cuisine, sowohl aus der alten als auch aus der neuen, liebgewonnenen Heimat in Lothringen. Er ist verheiratet und hat drei T\u00f6chter. Seinen Wohnsitz hat er heute noch in Macheren in der N\u00e4he von Forbach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Verein deutscher Kokereifachleute ehrt mit Herrn Jean-Paul Gaillet einen hervorragenden Kokereifachmann, dessen Name mit der Entwicklung von Verfahren zur Schadensfr\u00fcherkennung an Koks\u00f6fen verbunden bleiben wird. Und manch betagte Koksofenbatterie verdankt ihr Dasein vielleicht den von ihm entwickelten Methoden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Grenzen Frankreichs hinaus erinnern sich seine Kokereikollegen gern an ihn und an sein freundschaftliches Wesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die &nbsp; Koker-Medaille 2018 Herrn Jean-Paul Gaillet &nbsp; aus Macheren (Frankreich) zu verleihen. 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