{"id":913,"date":"2019-05-23T10:30:15","date_gmt":"2019-05-23T08:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/web.vdkf-ev.de\/site\/?page_id=913"},"modified":"2019-06-25T10:27:09","modified_gmt":"2019-06-25T08:27:09","slug":"laudatio-kuyumcu","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vdkf-ev.de\/web\/site\/index.php\/laudatio-kuyumcu\/","title":{"rendered":"Laudatio Prof. Kuyumcu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Koker-Medaille 2019<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Herrn Professor Dr.-Ing. Halit Ziya Kuyumcu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">aus Berlin zu verleihen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Auszeichnung sollen die besonderen Leistungen von Herrn Kuyumcu auf dem Gebiet der Kokerei-Forschung, insbesondere f\u00fcr die technische Weiterentwicklung, internationale Vermarktung und wissenschaftliche Durchdringung der Stampftechnologie, gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herr Professor Kuyumcu wurde am 1. April in Ni\u011fde, einer Kleinstadt am Fu\u00dfe des Taurus-Gebirges in Zentral-Anatolien, als Sohn eines Meteorologen geboren. Nach nur elf Jahren Schulzeit legte er sein Abitur mit Auszeichnung ab, was ihm Stipendien f\u00fcr die Universit\u00e4ten in Ankara oder Istanbul erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Herr Kuyumcu w\u00e4hlte aber einen anderen Weg. Die Eti-Bank, eine gro\u00dfe t\u00fcrkische Bergwerks-Gesellschaft, er\u00f6ffnete ihm als Stipendiaten die M\u00f6glichkeiten eines Auslandsstudiums. Den Stipendiaten-Vertrag musste wegen seines jugendlichen Alters noch sein Vater f\u00fcr ihn zeichnen. Das vorgeschaltete dreimonatige Praktikum absolvierte er in einer Kupfermine des Oberkonzerns, wo er erstmals mit dem Tagebau, aber auch mit der Aufbereitungstechnik und letztendlich der Metallurgie in Kontakt kam.<\/p>\n<p>Im blutjungen Alter von 17,5 Jahren verlie\u00df er die T\u00fcrkei und machte sich auf den Weg nach Deutschland, wo er studieren wollte. Der damalige Abschied von seiner Familie war einer der emotionalsten Momente seines aufregenden Lebens und hat seinen weiteren Lebenslauf entscheidend mitgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>In Deutschland angekommen, lernte er am Goethe-Institut in Kochel am See die deutsche Sprache, was f\u00fcr ihn Tag- und Nachtschicht bedeutete. Nach einem halben Jahr war er bereit f\u00fcr das bergbauliche Studium, musste aber nochmals sechs Monate an Praktika vorwegschalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die ersten drei Monate arbeitete er auf der Zeche Zollverein. Als Bergbaubeflissener marschierte er mit seinem Fahrsteiger am ersten Tag durch die Grubenbauten, was f\u00fcr Herrn\u00a0Kuyumcu sehr beeindruckend war. Pl\u00f6tzlich stoppte der Fahrsteiger bei einer Arbeits\u00adkolonne und dr\u00fcckte ihm eine Pannsch\u00fcppe in die Hand; er war in der Senkkolonne gelandet und wurde im Bergmannsbuch als Gedinge\u2013Schlepper gef\u00fchrt &#8211; so hatte er sich sein Praktikum eigentlich nicht vorgestellt\u2026<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der n\u00e4chsten zw\u00f6lf Wochen konnte er nicht die gro\u00dfe Liebe zur Steinkohle ent\u00adwickeln, zumal viele T\u00e4tigkeiten Schwerstarbeit bei wenig Licht, aber viel Staub, darstellten.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten drei Monate absolvierte er im Harzer Erzbergbau auf der Schachtanlage \u201eHilfe Gottes\u201c. Hier war es schon angenehmer: bessere Luft, ertr\u00e4gliche Temperaturen und nach dem Besetzen der Bohrl\u00f6cher eine Zigarette mit dem Sprengmeister auf den Sprengstoff-Kisten rauchen; die Liebe zum Erz war geboren.<\/p>\n<p>Im Sommersemester 1966 nahm er sein Studium der Bergbau- und Lagerst\u00e4ttenkunde an der TU Berlin auf. Die spannende Situation im Berlin der 60er Jahre auf der einen Seite und die ganz spezielle Frauenquote im Harzer Clausthal-Zellerfeld bewogen den jungen Herrn\u00a0Kuyumcu, sich an der Berliner TU einzuschreiben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines sechs Jahre w\u00e4hrenden Studiums mit der Vertiefung am Institut f\u00fcr Lager\u00adst\u00e4ttenkunde hatte er schon einen Nebenjob am Institut f\u00fcr Bergbaukunde inne, wo er in Kontakt zu Professor Simonis kam.<\/p>\n<p>Im Jahre 1972 schloss er sein Examen mit Auszeichnung ab, was auch Professor Simonis nicht verborgen blieb. Dieser offerierte ihm dann auch die M\u00f6glichkeiten zur Promotion, da Professor Simonis Ergebnisse aus dem frisch entwickelten Modell zur numerischen Simulation der Steinkohlenverkokung auf die Erzaufbereitung \u00fcbertragen wollte.<\/p>\n<p>Im Rahmen seiner Promotion wechselte Herr Kuyumcu \u00fcber in den Harz, um bei der Studiengesellschaft f\u00fcr Erzaufbereitung eine halbtechnische Aufbereitung aufzubauen. Hier untersuchte er an den unterschiedlichsten Erzen die Anreicherung der Rohstoffe mit Hilfe aller zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00f6glichkeiten des Aufschlusses und der Klassierung, wie zum Beispiel der Stromklassierung. Die Sammlung einer schieren Datenflut wurde von ihm systematisiert und in einem \u00fcbergreifenden Modell zusammengefasst. Nach der Rekordzeit von nur 18 Monaten bestand er noch in 1973 das Rigorosum bei Herrn Professor Simonis, der seinerseits ungl\u00fccklich war, diesen hochtalentierten und kosteng\u00fcnstigen Mitarbeiter nach lediglich eineinhalb Jahren schon wieder zu verlieren.<\/p>\n<p>In der Folgezeit leistete er seinen Milit\u00e4rdienst in der T\u00fcrkei ab, wobei ihm seine bergbaulichen Erfahrungen bei den Pionieren gut zur Seite standen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1979 heiratete der junge Herr Doktor und arbeitete weiter intensiv an seiner akademischen Weiterbildung.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter, also im Jahre 1981, habilitierte Dr. Kuyumcu mit seiner Arbeit zur \u201eRoh\u00adstofflichen Charakterisierung von Eisenerzen\u201c. Von nun an arbeitete er als Privat-Dozent an der TU Berlin, sah hierin aber nicht seine Lebensaufgabe &#8211; es zog ihn in die Industrie.<\/p>\n<p>Die Zeche Kamphausen an der Saar f\u00f6rderte seinerzeit die einzige Fettkohle an der Saar und modernisierte ihre Aufbereitungsanlage. Professor Kuyumcu startete als Projekt-Ingenieur und \u00fcbernahm nach wenigen Monaten wegen der Erkrankung des Projektleiters die Projektleitung. In der Folgezeit optimierte Professor Kuyumcu alle Aufbereitungsanlagen an der Saar und schrieb ein Handbuch f\u00fcr die Waschmeister auf den Anlagen. Es ist bezeichnend f\u00fcr Professor\u00a0Kuyumcu, dass er in diesem Aufbereitungs-Handbuch den Waschmeistern vor allen Dingen die Bedeutung ihres Handelns f\u00fcr die wirtschaftliche Situation ihres Bergwerks erl\u00e4uterte: Kostenmanagement f\u00fcr Waschmeister.<\/p>\n<p>Diese intensive Besch\u00e4ftigung mit der Aufbereitung von Steinkohlen f\u00fcr die Verkokung von Steinkohlen f\u00fchrte Professor Kuyumcu zunehmend dichter heran an die Stampfer in der Saarregion, in die er mittlerweile umgesiedelt war.<\/p>\n<p>Ende 1982 wechselte er endg\u00fcltig \u00fcber zu Saarberg Interplan mit der Aufgabenstellung, die Saar-Stampftechnik international zu vermarkten.<\/p>\n<p>Zu diesem Zwecke machte er einen Rundlauf \u00fcber die bestehenden Stampfkokereien an der Saar, wodurch er in Kontakt mit den Kokern auf F\u00fcrstenhausen kam.<\/p>\n<p>Im Jahre 1983 legte er der Unternehmensleitung einen Business-Plan zur internationalen Vermarktung des Stampf-Know-hows von Saarberg Interplan vor. Auf Grund seiner Kennt\u00adnisse aus der Lagerst\u00e4tten-Kunde erstellte er eine globale \u00dcbersicht aller Kohlenlagerst\u00e4tten. Er arbeitete die Lagerst\u00e4tten heraus, in denen \u00e4hnliche Kohlen anstehen, wie die Saarkoker sie seit jeher verkoken mussten. Im Rahmen dieser Studie dr\u00e4ngten sich die klassischen Abbaugebiete von Gondwana-Kohlen in S\u00fcdafrika und Indien nach vorn, aber auch die Fl\u00f6ze verkokungsschwacher Kohlen in der Ukraine. Hier wollte er die Stampftechnik vermarkten und bekam die Erlaubnis der Unternehmensleitung zur Akquise.<\/p>\n<p>Professor Kuyumcu machte sich f\u00fcr ein halbes Jahr auf die Reise, um weltweit wissen\u00adschaftlich fundierte Akquise in diesen L\u00e4ndern f\u00fcr die Stampftechnologie zu betreiben.<\/p>\n<p>Sein Credo war: \u201eDie Kohlenqualit\u00e4t der Gondwana-Kohlen ist durch Aufbereitungstechnik nicht weiter optimierbar; aber wenn die Natur der Kohlen an sich nicht \u00e4nderbar ist, so m\u00fcssen die Verkokungsbedingungen an diese angepasst werden!\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Bihar Randshi Coal India verblieb er f\u00fcr drei Monate, um die Technik bei ihnen voran zu bringen. In dieser Phase bekam er Kontakt zum Management von Tata Iron&amp;Steel, die in Jampschepur eine neue Kokerei errichten wollten. Zur damaligen Zeit wurden die Hoch\u00f6fen infolge der ung\u00fcnstigen Erzlagerst\u00e4tten und schlecht verkokbaren Kohlen mit spezifischen Koksverbr\u00e4uchen von 1,1 \u2013 1,2 t<sub>Koks<\/sub>\/t<sub>RE<\/sub> gefahren. Im Rahmen seiner Akquise-Kampagne lud er die Inder an die Saar ein, um ihnen die hiesige Stampftechnik schmackhaft zu machen. Erfolgreiche Verkokungstests mit indischen Kohlen an der Saar \u00fcberzeugten die potentiellen Auftraggeber endg\u00fcltig, sodass es 1986 zum Vertragsabschluss kam; Saarberg Interplan r\u00fcstete die Batterie VII von OTTO India mit saarl\u00e4ndischer Stampftechnik aus. Nach der Inbetriebnahme in 1988 folgte die n\u00e4chste Batterie in 1989. In Jampschepur konnten nunmehr heimische Erze mit Koks aus heimischen Kohlen eingesetzt werden, eine riesiger wirtschaftlicher Vorteil f\u00fcr Tata.<\/p>\n<p>In 1988 gelang es Professor Kuyumcu, in langen ministeriellen Verhandlungen, die Ukrainer in Lugansk vom Einstieg in die Stampftechnologie zu \u00fcberzeugen. Der Auftrag entwickelte sich bei einem Finanzvolumen von 100 Mio. DM zum gr\u00f6\u00dften Auftrag in der Firmengeschichte. Die Anlage wurde 1990 abgenommen, aber es gab Zahlungsprobleme.<\/p>\n<p>Die Ukraine war nach dem Zerfall der Sowjetunion mittlerweile ein selbstst\u00e4ndiger Staat, sodass Russland kein Interesse hatte, die offenen Rechnungen f\u00fcr eine Stampfkokerei in Lugansk zu begleichen. Auf der anderen Seite hatte das neue Staatengebilde der Ukraine noch keine Devisen zum Begleichen der offenen Rechnungen. Herrn Kuyumcu gelang hier in Kiew ein ganz besonderer Deal: Die Restzahlungen wurden in Form eines klassischen Tauschgesch\u00e4ftes abgewickelt, Lugansk lieferte Koks an den Kokshandel des Saarbergbaus, der seinerseits die offenen Rechnungen bei Interplan beglich.<\/p>\n<p>Der Zerfall der Sowjetunion leitete dann auch die Wiedervereinigung in Deutschland ein. Mit dem R\u00fcckzug der Russen aus Ostdeutschland wurde auch der Uranabbau bei der Wismut eingestellt, wodurch 15.000 Mitarbeiter buchst\u00e4blich in der Luft hingen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1991 erhielt Professor Kuyumcu das Angebot, die Wismut als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in die Zukunft zu f\u00fchren. Die Wismut wurde in zwei H\u00e4lften aufgeteilt, wobei Wismut I den Bergbau beinhaltete und sich um die Abwicklung des stillgelegten Uranabbaus k\u00fcmmerte.<\/p>\n<p>Professor Kuyumcu \u00fcbernahm die Wismut II, in der die Ingenieur-Kapazit\u00e4ten der alten Wismut zusammengef\u00fchrt worden waren. Nach seinem Umzug nach Chemnitz leitete er ein Firmenkonsortium mit nahezu 6.000 Mitarbeiter, das als Bundeseigentum gelistet war, also nicht der Treuhand unterstand. Es gelang ihm, ein musterg\u00fcltiges Restrukturierungskonzept umzusetzen, indem er Zukunftssparten etablierte, die ab 1994 privatisiert betrieben wurden. Die Mitarbeiter arbeiteten nunmehr auf den Gebieten Neubau, Umwelt und Consulting, wobei allein der Bereich Consulting 800 Mitarbeiter aufnahm.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Anbahnungsphase der Wismut-Anstellung wurde Professor Kuyumcu einmal gefragt, mit welcher inneren Ansprache er diese Aufgabenstellung angehen w\u00fcrde. Er antwortete seinerzeit sinngem\u00e4\u00df: \u201eIch habe umfangreiche Erfahrungen mit Auslands\u00adaktivit\u00e4ten, weshalb ich bestens pr\u00e4pariert bin f\u00fcr Aufgabenstellungen im <em>deutschsprachigem Ausland<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Durch seine Erfolge bei der Wismut wurde auch die Braunkohlenindustrie in Ost und West auf ihn aufmerksam, die speziell in der Lausitz erheblichen Restrukturierungsbedarf f\u00fcr ihre industriellen Anlagen und Brachen hatte.<\/p>\n<p>Ab 1995 war er als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in der Braunkohlenindustrie mit dem R\u00fcckbau beauftragt. So baute er anfangs eine alte Brikettfabrik in der Lausitz zur\u00fcck, sanierte das Umfeld und war f\u00fcr die Ansiedlung neuer Gewerbe zust\u00e4ndig. In dieser Phase war er auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer Baumschule, da er seinerzeit der gr\u00f6\u00dfte Aufk\u00e4ufer von B\u00e4umen in Deutschland war. Nach zwei weiteren Jahren in der Lausitz zog es Herrn Prof. Kuyumcu wieder nach Berlin, um sich wieder der wissenschaftlichen Lehre zu verschreiben und jungen Studierenden eine interessante Symbiose aus Lehre und industrieller Anwendung anbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Berliner Lehrstuhl von Professor Simonis war nach seiner Emeritierung f\u00fcr fast f\u00fcnf Jahre unbesetzt geblieben, wodurch sich auch die akademische Infrastruktur aufgel\u00f6st hatte.<\/p>\n<p>Im Jahre 1997 verlie\u00df Professor Kuyumcu die Lausitz und zog nach Berlin, um den verwaisten Lehrstuhl zu \u00fcbernehmen. Bis dato hatte er als Privat-Dozent einmal j\u00e4hrlich eine Vorlesung zum Thema \u201eSanierung bergbaulicher Brachen\u201c in Berlin gehalten.<\/p>\n<p>In Berlin angekommen musste er den Lehrstuhl von Grund auf neu etablieren, das hie\u00df, in erster Linie wissenschaftliches Personal zu rekrutieren und Studenten f\u00fcr sein Fachgebiet zu begeistern. In der Lehre konzentrierte er sich auf die mechanische Verfahrenstechnik am Beispiel der Aufbereitung von Rohstoffen, insbesondere der Kokskohle. Schon seit seinen ersten Kontakten mit den Stampfern aus F\u00fcrstenhausen, insbesondere zu Herrn Kurt Leibrock, interessierte ihn die Frage, was denn den Stampfkuchen in seinem Innersten zusammenh\u00e4lt. In F\u00fcrstenhausen untersuchte man seinerzeit die Stand\u00adfestigkeit an einem Standardkuchen von 1\u00a0m H\u00f6he, der im Technikum erzeugt wurde. Sp\u00e4testens mit der Konzeptionierung des 6-m-Kuchens f\u00fcr den Neubau der Zentralkokerei waren validere Daten notwendig, um das Upscalen wissenschaftlich flankieren zu k\u00f6nnen. J\u00fcrgen Killich, seinerzeit im Planungsstab der ZKS f\u00fcr den Maschinenpark zust\u00e4ndig, wollte schon damals, dass Professor Kuyumcu \u201eden Kuchen wissenschaftlich auseinandernimmt\u201c.<\/p>\n<p>Diese Aufgabenstellung entwickelte sich zum Mittelpunkt seiner Forschungen an seinem neuen Lehrstuhl. Er konnte mit seinen Mitarbeitern ein Modell zur Berechnung der Stampf\u00adfestigkeit von Kohlenkuchen entwickeln, das losgel\u00f6st ist von der realen Geometrie des Kuchens. Mit anderen Worten, \u00fcber sein Modell auf Basis von Scherkr\u00e4ften und spezifischen Stampfkoeffizienten wurde die Berechnung von Stampfkuchen m\u00f6glich, die auch die Gr\u00f6\u00dfe von 6\u00a0m \u00fcberschreiten, wie es aktuell in China praktiziert wird und auch in Indien ansteht.<\/p>\n<p>Im Jahre 2013 emeritierte Professor Kuyumcu im Alter von 66 Jahren. Aktuell ist er noch in abfallwirtschaftlichen und solartechnischen Projekten in seinem Heimatland eingebunden. Mit seiner letzten Patentanmeldung zum Compact Grinding, dem parallelen Mahlen und Kompaktieren von inertreichen Kohlen, schlie\u00dft sich der wissenschaftliche Aktionskreis von Professor Kuyumcu, von dem die Homepage der TU Berlin exakt 100 wissenschaftliche Publikationen auflistet.<\/p>\n<p>Die fr\u00fchzeitige Trennung von seinem Elternhaus hat vielleicht die Grundlage daf\u00fcr geschaffen, dass er in seinem Leben an so vielen unterschiedlichen Orten und Kulturkreisen bei unterschiedlichsten Aufgabenstellungen so erfolgreich sein konnte.<\/p>\n<p>Nach einem so reichen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Leben g\u00f6nnen wir Herrn\u00a0Professor Dr.-Ing. Halit Ziya Kuyumcu die Mu\u00dfe, sich mit seiner Frau, seinen beiden ebenfalls erfolgreichen Kindern und seinem Enkelkind am Ruhestand zu erfreuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstand des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. und die Jury zur Verleihung der Koker-Medaille haben einstimmig beschlossen, die &nbsp; Koker-Medaille 2019 \u00a0 Herrn Professor Dr.-Ing. 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